Sogar Sportlerinnen sitzen zu viel

Laut einer aktuellen amerikanischen Studie der „Northwestern University Feinberg School of Medicine“ (Craft et al. 2012) sitzen Frauen, die regelmäßig Sport treiben, genau so viel wie Frauen, die überhaupt keinen Sport treiben. Lange Sitzphasen können nachgewiesener Maßen negative gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, von denen auch Sportlerinnen betroffen sein können. Dies sind chronische Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas, kardiovaskuläre Erkrankungen und einige Krebsarten.

Zukünftige Public Health Empfehlungen sollten folglich auch darauf abzielen, die langen Sitzphasen zu reduzieren. Laut Lynette L. Craft können Personen, die viel am Schreibtisch und am PC arbeiten, beispielsweise während des Telefonierens aufstehen und umhergehen, mit Kolleginnen und Kollegen persönlich sprechen statt zu telefonieren oder E-Mails zu schreiben und so gesundheitlich profitieren.

An der Studie nahmen 91 Frauen zwischen 40 und 75 Jahren teil. Durchschnittlich saßen die Frauen 9 Stunden täglich, was sich mit den Ergebnissen anderer amerikanischer Studien deckt. Scheinbar denken viele, dass 30-40 Minuten Bewegung pro Tag ausreichen würden, um die Gesundheit zu stärken, so Craft. Aber lange Sitzphasen haben negative Folgen, und auch Sportlerinnen sitzen viel zu lange.

Der Artikel wurde im „International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity“ veröffentlicht und ist unter folgender Adresse zu finden:

Klicke, um auf art253A10.1186%252F1479-5868-9-122.pdf zuzugreifen

Fernsehen verkürzt das Leben um bis zu 5 Jahre

Intensiver Fernsehkonsum und damit einhergehende körperliche Inaktivität kann die Lebensdauer um bis zu 5 Jahre verkürzen und ist somit genauso gefährlich wie Rauchen oder starkes Übergewicht.

Forscher analysierten die Daten der australischen „Diabetes, Obesity and Lifestyle-Study“ mit mehr als 11.000 Probanden und fanden einen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Lebenserwartung. Beispielsweise verbringt ein Amerikaner durchschnittlich 35,5 Stunden wöchentlich vor dem Fernseher. Ab einem Alter von 25 Jahren verringert eine Stunde Fernsehen die Lebenserwartung um 22 Minuten, das bedeutet eine Verringerung der Lebenserwartung für einen amerikanischen Erwachsenen um 13 Stunden wöchentlich. Eine Person, die täglich 6 Stunden fernsieht, hat somit eine um 5 Jahre geringere Lebenserwartung. Die mit dem Fernsehkonsum einhergehende körperliche Inaktivität ist insgesamt ähnlich gefährlich wie die Risikofaktoren Rauchen oder Adipositas.

Die Studie  „Television viewing time and reduced life expectancy: a life table analysis“  von J Lennert Veerman, Genevieve N Healy, Linda J Cobiac, Theo Vos, Elisabeth A H Winkler, Neville Owen und David W Dunstan wurde 2011 im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht und ist online zu finden unter http://bjsm.bmj.com/content/early/2011/08/01/bjsm.2011.085662.abstract.

Es ist niemals zu spät mit Sport anzufangen – selbst im hohen Alter

Eine neue Studie der Universität Montreal (durchgeführt von Dr. Bherer) hat gezeigt, dass Senioren bereits nach 12 Wochen mit positiven physischen und psychischen Effekten von sportlicher Aktivität profitieren. So verbessern sich Gehirnfunktionen wie z.B. die Erinnerungsfähigkeit, auch die Lebensqualität nimmt zu. Dies gilt sogar für ältere Menschen, die als „gebrechlich“ eingestuft wurden (dies sind in Kanada zur Zeit 7% der Senioren zwischen 65 und 74, 18% der Senioren zwischen 75 und 84 und 37% der Senioren ab 85 Jahren). Gebrechlichkeit geht einher mit einem erhöhten Sturzrisiko, einem Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit, Krankenhauseinweisungen oder mentalen Problemen.

An der Studie nahmen 43 Personen zwischen 61 und 89 Jahren teil, die dreimal wöchentlich 12 Wochen lang ein Bewegungsprogramm absolvierten, während die 40 Personen der Kontrollgruppe keinem Sportprogramm folgten. Die gesundheitlichen Verbesserungen traten bei gebrechlichen wie nicht-gebrechlichen Personen gleichermaßen auf – es ist also niemals zu spät, aktiv zu werden!