Sogar Sportlerinnen sitzen zu viel

Laut einer aktuellen amerikanischen Studie der „Northwestern University Feinberg School of Medicine“ (Craft et al. 2012) sitzen Frauen, die regelmäßig Sport treiben, genau so viel wie Frauen, die überhaupt keinen Sport treiben. Lange Sitzphasen können nachgewiesener Maßen negative gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, von denen auch Sportlerinnen betroffen sein können. Dies sind chronische Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas, kardiovaskuläre Erkrankungen und einige Krebsarten.

Zukünftige Public Health Empfehlungen sollten folglich auch darauf abzielen, die langen Sitzphasen zu reduzieren. Laut Lynette L. Craft können Personen, die viel am Schreibtisch und am PC arbeiten, beispielsweise während des Telefonierens aufstehen und umhergehen, mit Kolleginnen und Kollegen persönlich sprechen statt zu telefonieren oder E-Mails zu schreiben und so gesundheitlich profitieren.

An der Studie nahmen 91 Frauen zwischen 40 und 75 Jahren teil. Durchschnittlich saßen die Frauen 9 Stunden täglich, was sich mit den Ergebnissen anderer amerikanischer Studien deckt. Scheinbar denken viele, dass 30-40 Minuten Bewegung pro Tag ausreichen würden, um die Gesundheit zu stärken, so Craft. Aber lange Sitzphasen haben negative Folgen, und auch Sportlerinnen sitzen viel zu lange.

Der Artikel wurde im „International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity“ veröffentlicht und ist unter folgender Adresse zu finden:

http://download.springer.com/static/pdf/318/art253A10.1186%252F1479-5868-9-122.pdf?auth66=1353778073_829dafad298fa2de8a3e5c9950aaf921&ext=.pdf

Körperliche Inaktivität genauso gefährlich wie Rauchen

In einer aktuellen Studie haben Lee, Shiroma, Lobelo et al. die Effekte körperlicher Inaktivität auf Krankheiten, die laut den Vereinten Nationen die größte Bedrohung für die globale Gesundheit darstellen (koronare Herzkrankheit, Diabetes Typ 2, Brust- und Dickdarmkrebs), berechnet. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass körperliche Inaktivität weltweit für 6% der Fälle der koronaren Herzkrankheit, 7% der Diabetes Typ 2 Fälle und 10% der Brust- und Dickdarmkrebsfälle ursächlich ist. Inaktivität verursacht 9% der „vorzeitigen“ Todesfälle, verursachte also beispielsweise im Jahr 2008 5,3 Millionen der 57 Millionen Todesfälle weltweit. Die Bedeutung des gesundheitlichen Risikofaktors körperliche Inaktivität ist somit ähnlich wie die der Risikofaktoren Nikotinkonsum und Adipositas.

Eine Verringerung der Inaktivität der Menschen um 25% würde 1,3 Millionen Menschenleben jährlich retten.

Die Studie ist online zu finden unter folgender Adresse: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(12)61031-9/fulltext?elsca1=ETOC-LANCET&elsca2=email&elsca3=