Videospielkonsolen mit „aktiven Spielen“ erhöhen Umfang körperlicher Aktivität nicht

Die Idee ist einfach und für viele Eltern verlockend: körperlich inaktive/ übergewichtige Kinder bekommen eine Spielekonsole (z.B. die Nintendo Wii) mit der Sportsoftware geschenkt, wodurch sich automatisch der Umfang ihrer körperlichen Aktivität erhöht da die Bewegung im Rahmen der Spiele Spaß macht. Ob dies tatsächlich so ist, wollten amerikanische Wissenschaftler (Owens, SG, Garner III, JC, Loftin, JM, van Blerk, N, & Ermin, K, 2011) testen. Sie verteilten an 8 Familien mit Kindern zwischen 9-12 eine Spielekonsole mit den „aktivsten“ Sportspielen bzw. eine Konsole ohne Sportspiele (Kontrollgruppe).

Nach 13 Wochen wurde festgestellt, dass die Kinder mit den „aktiven“ Spielen weder insgesamt noch zu bestimmten Zeiten aktiver gewesen sind als die Kinder der Kontrollgruppe. Zudem wurden die Spielekonsolen zunehmend uninteressanter, nach 6 Wochen sank die tägliche Benutzungsdauer erheblich. Spielekonsolen scheinen die an sie gestellten Erwartungen/ Hoffnungen bezüglich einer Erhöhung der Bewegung nicht erfüllen zu können.

Hier der Link zu Studie:

http://wiihabilitationresearch.blogspot.de/2011/10/changes-in-physical-activity-and.html

Metaanalyse: Sport & Bewegung verbessern kognitive Leistungsfähigkeit

Eine aktuelle Metaanalyse von Chang, Y. K., Labban, J. D., Gapin, J. I. und Etnier, J. L. (2012) bestätigt einen signifikanten Effekt körperlicher Aktivität auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Zwar ist die Wirkung insgesamt gering, es sind jedoch größere Wirkungen für bestimmte kognitive Bereiche im Zusammenhang mit spezifischen Aktivitätsparametern zu erwarten. Der Zusammenhang wird moderiert von der Dauer und Intensität der Aktivität, der Art der untersuchten kognitiven Leistung sowie dem Fitnesszustand der Untersuchten.

Hier der Link zum Artikel:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006899312004003

Generation Bachelor – Optimiert und abgeschmiert

Der folgende Artikel befasst sich mit dem Leistungsstreben, gestiegenen Ängsten und Erwartungen der heutigen „Generation Bachelor“. Unterstellt wird eine „Castingmentalität“ sowie eine frühzeitige strategische und effiziente Ausrichtung des Studiums.

 http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/bachelor-studenten-eine-generation-unter-druck-a-834713.html

Dies deckt sich mit Erkenntnissen, die Göring & Möllenbeck im Artikel Sport in Zeiten von Bologna. Über den institutionellen Wandel des Hochschulwesens und dessen Folgen für das Sporttreiben von Studierenden (Lucius-Verlag, im Druck) dargelegt haben:

„Die vergleichsweise hohe Normierung von Studienanforderungen im neuen Studienmodell führt dabei zu einer lebensweltlichen Anpassungsleistung, die in unterschiedlichen Formen von Selbstmanagementstrategien einen Ausdruck findet. Studierende der neuen Studiengänge bewältigen die neuen Anforderungen, indem sie ihren Studienalltag strategisch planen und organisieren. Effizienz scheint dabei zu einer wesentlichen Handlungsmaxime zu avancieren, der auch das Sportreiben unterworfen wird.“

Die Ausübung sportlicher Aktivitäten im Setting Hochschule scheint sich teilweise zu verändern. Diese wird zunehmend nach Effizienskriterien gestaltet und zeigt sich beispielsweise durch einen zunehmend unverbindlichen Organisationsrahmen (Fitnessstudio, Jogging, Teilnahme an Fitnesskursen etc.). Dabei treten Motive wie Steigerung des Befindens, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Spaß oder Ablenkung in den Vordergrund, während beispielsweise das Leistungsmotiv bei Studierenden kaum noch eine Rolle spielt.