Ist geringe Fitness ansteckend?

Eine aktuelle Studie von Scott E. Carrell, Mark Hoekstra und James E. West zeigt, dass der Freundeskreis den eigenen Fitnesszustand beinflusst.

Eine Analyse des Einflusses des sozialen Netzwerks auf Fitnesszustand und Gesundheit ist schwierig. Beispielsweise können Selbstselektionsprozesse (man sucht sich Freunde mit ähnlichen Interessen) oder Umweltbedingungen (z.B. fettiges Essen in der Familie) Ergebnisse verfälschen. Die Autoren haben Daten von 3.487 Studierenden der United States Air Force Adademy (USAFA) aus den Jahren 2001 bis 2005 ausgewertet. Diese Studierenden mussten den Großteil ihrer Freizeit zwangsläufig mit 30 zufällig ausgewählten Studierenden verbringen. Es zeigt sich, dass Menschen die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten der am wenigsten fitten Personen innerhalb der Peer-Group übernehmen, so Scott E. Carrell von der University of California-Davis. Am ehesten werden dabei Personen beeinflusst, die sowieso schon einen eher niedrigen Fitnesszustand aufweisen.

Die vollständige Studie finden Sie hier: http://econweb.tamu.edu/mhoekstra/fitness.pdf

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Generation Bachelor – Optimiert und abgeschmiert

Der folgende Artikel befasst sich mit dem Leistungsstreben, gestiegenen Ängsten und Erwartungen der heutigen „Generation Bachelor“. Unterstellt wird eine „Castingmentalität“ sowie eine frühzeitige strategische und effiziente Ausrichtung des Studiums.

 http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/bachelor-studenten-eine-generation-unter-druck-a-834713.html

Dies deckt sich mit Erkenntnissen, die Göring & Möllenbeck im Artikel Sport in Zeiten von Bologna. Über den institutionellen Wandel des Hochschulwesens und dessen Folgen für das Sporttreiben von Studierenden (Lucius-Verlag, im Druck) dargelegt haben:

„Die vergleichsweise hohe Normierung von Studienanforderungen im neuen Studienmodell führt dabei zu einer lebensweltlichen Anpassungsleistung, die in unterschiedlichen Formen von Selbstmanagementstrategien einen Ausdruck findet. Studierende der neuen Studiengänge bewältigen die neuen Anforderungen, indem sie ihren Studienalltag strategisch planen und organisieren. Effizienz scheint dabei zu einer wesentlichen Handlungsmaxime zu avancieren, der auch das Sportreiben unterworfen wird.“

Die Ausübung sportlicher Aktivitäten im Setting Hochschule scheint sich teilweise zu verändern. Diese wird zunehmend nach Effizienskriterien gestaltet und zeigt sich beispielsweise durch einen zunehmend unverbindlichen Organisationsrahmen (Fitnessstudio, Jogging, Teilnahme an Fitnesskursen etc.). Dabei treten Motive wie Steigerung des Befindens, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Spaß oder Ablenkung in den Vordergrund, während beispielsweise das Leistungsmotiv bei Studierenden kaum noch eine Rolle spielt.

Burnout beim Bachelor

Hier ein interessanter Artikel zum Leistungsstreben und damit verbundenen gesundheitlichen Problemen der „Generation Bachelor“. Der Artikel bestätigt die hohen psychosozialen Belastungen, denen Studierende heute ausgesetzt sind (vgl. Möllenbeck, 2011).

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/karriere-konkurrenz-unter-studenten-burnout-beim-bachelor-a-810496.html