Zusammenhang zwischen Fitnesszustand und Demenz

Eine aktuelle Untersuchung von DeFina, Willis Radford und anderen hat einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fitnesszustand einer Person und dem Risiko, im fortgeschrittenen Alter an Demenz zu erkranken, untersucht. Dazu wurden 19.458 erwachsene Probanden mittleren Alters in den Jahren 1971 bis 2009 untersucht. Die Probanden mit dem höchsten Fitnesslevel (oberstes Quartil) hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit, später im Leben an Demenz zu erkranken als die Probanden mit dem niedrigsten Fitnesslevel (unterstes Quartil). Ein höheres Fitnesslevel hängt laut der Autoren zusammen mit einem niedrigeren Risiko, im Verlauf des Lebens an Demenz zu erkranken. Dieser präventive Effekt eines höheren Fitnesszustands im mittleren Erwachsenenalter besteht unabhängig vom Auftreten zerebrovaskulärer Erkrankungen („Hirnschlag“).

Die Aussagekraft der Ergebnisse ist dahingehend eingeschränkt, dass die Probanden hauptsächlich weiße, gesunde und gebildete Menschen mit Zugang zu präventiver Gesundheitsversorgung waren.

Der Originalaufsatz ist online unter http://annals.org/article.aspx?articleid=1567851 einzusehen.

Sogar Sportlerinnen sitzen zu viel

Laut einer aktuellen amerikanischen Studie der „Northwestern University Feinberg School of Medicine“ (Craft et al. 2012) sitzen Frauen, die regelmäßig Sport treiben, genau so viel wie Frauen, die überhaupt keinen Sport treiben. Lange Sitzphasen können nachgewiesener Maßen negative gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, von denen auch Sportlerinnen betroffen sein können. Dies sind chronische Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas, kardiovaskuläre Erkrankungen und einige Krebsarten.

Zukünftige Public Health Empfehlungen sollten folglich auch darauf abzielen, die langen Sitzphasen zu reduzieren. Laut Lynette L. Craft können Personen, die viel am Schreibtisch und am PC arbeiten, beispielsweise während des Telefonierens aufstehen und umhergehen, mit Kolleginnen und Kollegen persönlich sprechen statt zu telefonieren oder E-Mails zu schreiben und so gesundheitlich profitieren.

An der Studie nahmen 91 Frauen zwischen 40 und 75 Jahren teil. Durchschnittlich saßen die Frauen 9 Stunden täglich, was sich mit den Ergebnissen anderer amerikanischer Studien deckt. Scheinbar denken viele, dass 30-40 Minuten Bewegung pro Tag ausreichen würden, um die Gesundheit zu stärken, so Craft. Aber lange Sitzphasen haben negative Folgen, und auch Sportlerinnen sitzen viel zu lange.

Der Artikel wurde im „International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity“ veröffentlicht und ist unter folgender Adresse zu finden:

Klicke, um auf art253A10.1186%252F1479-5868-9-122.pdf zuzugreifen

Fernsehen verkürzt das Leben um bis zu 5 Jahre

Intensiver Fernsehkonsum und damit einhergehende körperliche Inaktivität kann die Lebensdauer um bis zu 5 Jahre verkürzen und ist somit genauso gefährlich wie Rauchen oder starkes Übergewicht.

Forscher analysierten die Daten der australischen „Diabetes, Obesity and Lifestyle-Study“ mit mehr als 11.000 Probanden und fanden einen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Lebenserwartung. Beispielsweise verbringt ein Amerikaner durchschnittlich 35,5 Stunden wöchentlich vor dem Fernseher. Ab einem Alter von 25 Jahren verringert eine Stunde Fernsehen die Lebenserwartung um 22 Minuten, das bedeutet eine Verringerung der Lebenserwartung für einen amerikanischen Erwachsenen um 13 Stunden wöchentlich. Eine Person, die täglich 6 Stunden fernsieht, hat somit eine um 5 Jahre geringere Lebenserwartung. Die mit dem Fernsehkonsum einhergehende körperliche Inaktivität ist insgesamt ähnlich gefährlich wie die Risikofaktoren Rauchen oder Adipositas.

Die Studie  „Television viewing time and reduced life expectancy: a life table analysis“  von J Lennert Veerman, Genevieve N Healy, Linda J Cobiac, Theo Vos, Elisabeth A H Winkler, Neville Owen und David W Dunstan wurde 2011 im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht und ist online zu finden unter http://bjsm.bmj.com/content/early/2011/08/01/bjsm.2011.085662.abstract.