Körperliche Inaktivität genauso gefährlich wie Rauchen

In einer aktuellen Studie haben Lee, Shiroma, Lobelo et al. die Effekte körperlicher Inaktivität auf Krankheiten, die laut den Vereinten Nationen die größte Bedrohung für die globale Gesundheit darstellen (koronare Herzkrankheit, Diabetes Typ 2, Brust- und Dickdarmkrebs), berechnet. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass körperliche Inaktivität weltweit für 6% der Fälle der koronaren Herzkrankheit, 7% der Diabetes Typ 2 Fälle und 10% der Brust- und Dickdarmkrebsfälle ursächlich ist. Inaktivität verursacht 9% der „vorzeitigen“ Todesfälle, verursachte also beispielsweise im Jahr 2008 5,3 Millionen der 57 Millionen Todesfälle weltweit. Die Bedeutung des gesundheitlichen Risikofaktors körperliche Inaktivität ist somit ähnlich wie die der Risikofaktoren Nikotinkonsum und Adipositas.

Eine Verringerung der Inaktivität der Menschen um 25% würde 1,3 Millionen Menschenleben jährlich retten.

Die Studie ist online zu finden unter folgender Adresse: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(12)61031-9/fulltext?elsca1=ETOC-LANCET&elsca2=email&elsca3=

Videospielkonsolen mit „aktiven Spielen“ erhöhen Umfang körperlicher Aktivität nicht

Die Idee ist einfach und für viele Eltern verlockend: körperlich inaktive/ übergewichtige Kinder bekommen eine Spielekonsole (z.B. die Nintendo Wii) mit der Sportsoftware geschenkt, wodurch sich automatisch der Umfang ihrer körperlichen Aktivität erhöht da die Bewegung im Rahmen der Spiele Spaß macht. Ob dies tatsächlich so ist, wollten amerikanische Wissenschaftler (Owens, SG, Garner III, JC, Loftin, JM, van Blerk, N, & Ermin, K, 2011) testen. Sie verteilten an 8 Familien mit Kindern zwischen 9-12 eine Spielekonsole mit den „aktivsten“ Sportspielen bzw. eine Konsole ohne Sportspiele (Kontrollgruppe).

Nach 13 Wochen wurde festgestellt, dass die Kinder mit den „aktiven“ Spielen weder insgesamt noch zu bestimmten Zeiten aktiver gewesen sind als die Kinder der Kontrollgruppe. Zudem wurden die Spielekonsolen zunehmend uninteressanter, nach 6 Wochen sank die tägliche Benutzungsdauer erheblich. Spielekonsolen scheinen die an sie gestellten Erwartungen/ Hoffnungen bezüglich einer Erhöhung der Bewegung nicht erfüllen zu können.

Hier der Link zu Studie:

http://wiihabilitationresearch.blogspot.de/2011/10/changes-in-physical-activity-and.html

Metaanalyse: Sport & Bewegung verbessern kognitive Leistungsfähigkeit

Eine aktuelle Metaanalyse von Chang, Y. K., Labban, J. D., Gapin, J. I. und Etnier, J. L. (2012) bestätigt einen signifikanten Effekt körperlicher Aktivität auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Zwar ist die Wirkung insgesamt gering, es sind jedoch größere Wirkungen für bestimmte kognitive Bereiche im Zusammenhang mit spezifischen Aktivitätsparametern zu erwarten. Der Zusammenhang wird moderiert von der Dauer und Intensität der Aktivität, der Art der untersuchten kognitiven Leistung sowie dem Fitnesszustand der Untersuchten.

Hier der Link zum Artikel:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006899312004003